Erfahrungsbericht Alessa

 

1. Wo machst Du Deinen Freiwilligendienst?

Ich mach ein FSJ seit dem 01.11.2015 in der Landesaufnahmestelle in Lebach.

 

2. Was für Aufgaben übernimmst Du dort?

Die Einrichtung ist der erste Ort für Flüchtlinge, an dem sie in Deutschland bleiben können. Bei uns bekommen sie die Erstversorgung: Schlafplatz und Essen und einen Laufzettel (gilt als Pass). Im Herbst waren es bis zu 4.500 Menschen, die hier leben und bis zu 200 Neuankünfte täglich. Jetzt sind es ca. 1.800 mit derzeit ca. 50 Neuankünften täglich. Je nach Nationalität ist die Verweildauer zwischen 1 Monat und 3 Monaten bis eine Wohnung für sie gefunden wurde. Manche Nationalitäten wohnen auch schon fest dort.

 

3. Woher kommen die Menschen dort?

Die meisten sind Syrer und kommen aus Damaskus.

 

4. Wie sieht dein Tag in der Einrichtung aus?

Ich beginne am Infopoint. Hier bin ich Ansprechpartnerin für ganz konkrete Dinge. Wir bieten den Flüchtlingen generelle Hilfe bei allen Fragen an. So müssen zu Beispiel Arztbesuche organisiert und begleitet werden. Wir führen auch Familien zusammen. Wir sind auch für die Kinderbetreuung zuständig. Einmal stand eine schwangere Frau mit ihrem kleinen Kind bei mir. Deren Familie ist in Trier gelandet. Wir haben dann organisiert, dass die Familie zurück nach Lebach kommt, da die Schwangere nicht reisen durfte. Am Schluss meines Arbeitstages bin ich oft noch mehrere Stunden in der Kinderbetreuung, wo die meisten Helfer gebraucht werden.

 

5. Was machst Du gerne?

Ich freue mich, wenn ich Härtefällen ganz konkret helfen kann, auch in traurigen Situationen. Oft hört denen ja kaum einer zu. Dann bin ich auch gerne mit den Kindern zusammen, denn das macht Spaß und gibt viel zurück. Dann bekommt man den Kopf wieder frei.

 

6. Wie bist Du drauf gekommen einen Freiwilligendienst zu machen?

Von der Möglichkeit habe ich in der Zeitung gelesen. Dort stand, dass Freiwillige gesucht werden, ganz konkret in der Flüchtlingshilfe, auch mit den Kontaktdaten der AWO. Klar war, dass ich nach meinem Abitur ein Jahr Pause mache. Eigentlich wollte ich nach meinem Abitur reisen, aber da fehlte mir dann das Geld. Da passte der Freiwilligendienst für Geflüchtete in mein freies Jahr.

 

7. Wie gefällt es Dir?

Das konkrete Helfen macht Spaß und die Stimmung im Lager ist allgemein gut. Jeder Tag ist anders und die Zeit vergeht wie im Fluge.

 

8. Hat sich seit Dienstbeginn schon etwas verändert?

Meine Mutter war erst skeptisch, ist jetzt aber auch schon ein paar Mal zu Besuch bei uns gewesen und sieht die Menschen jetzt anders. Die Medien zeichnen ein falsches Bild, lieber sollte man sich selbst ein Bild machen, um zu sehen wie es wirklich ist. Im Gegensatz zu den Berichten der Medien, sind die jungen Männer ganz freundlich und wollen die Leute kennenlernen und interessieren sich für die deutsche Kultur! Sie stellen viele Fragen und wollen die Stadt kennenlernen.

 

9. Welche Geschichten vom Dienst erzählst Du zuhause oder Freunden?

Durch meine Erzählungen haben jetzt schon einige Freunde Interesse an der Arbeit bekommen und engagieren sich dort jetzt auch ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe!

 

10. Was für gute Erlebnisse hast Du gehabt?

Es sind so viele Erlebnisse in der kurzen Zeit. Man erlebt die Freude der Menschen, dass sie hier sind und Ansprechpartner haben, die auch mal zuhören und sie kennenlernen!

 

11. Was macht nicht so Spaß?

Kleiderspenden sortieren!

 

12. Was würdest Du ändern bzw. verbessern, wenn Du könntest?

In meinem FWD nichts!

 

13. Wie erlebst Du die Seminare und das pädagogische Team?

Alles TOP! Coole Betreuerin! Spannendes Seminar! Wir sind eine Gruppe von 20 Leuten und das macht voll Spaß.

 

14. Hast Du Kontakt zum pädagogischen Team auch außerhalb der Seminare?

Die Christine – meine Betreuerin - hat mich von Anfang an unterstützt bei der Suche einer Einsatzstelle in der Flüchtlingshilfe. Sie hat mich auch bereits vor Ort besucht und fragt oft nach, wie es mir geht.

 

15. Ihr habt ja eine Anleiter/-in im FWD. Wer ist das?

Was genau macht ihr gemeinsam? Wir arbeiten in einem Team von 10 Leuten, 2 Personen leiten den Infopoint, die machen ihren Kram, sind aber immer für uns Freiwillige ansprechbar, wenn es etwas gibt oder etwas uns beschäftigt. Sie fragen auch regelmäßig nach, wie es uns geht.

 

16. Wie erlebst Du die AWO?

Ich erlebe die AWO total positiv: Die Unterstützung bei der Stellensuche war sehr gut und die Betreuung und die Seminare sind toll!