Norman, 35


Norman Matysiak - Vom Zivi zum Wohnbereichsleiter im AWO Seniorenzentrum Aken

 

Für Normen Matysiak aus Aken ist klar: Durch den Zivildiensteinsatz hat er seinen Traumberuf gefunden. Krankenpfleger stand eigentlich schon immer ganz oben auf seiner Liste. Aber seine Eltern rieten ab. Ihr skeptischer Einwand: „Du kannst doch nicht mal dein eigenes Blut sehen.“ Also schlug er erst einmal einen Berufsweg als Maler ein. Er ging in die Lehre, war Geselle und sorgte für frische Farbe an den Wänden. In Wohnungen älterer Menschen schwang er besonders gern den Pinsel. „Dort nahmen sie einen immer so freundlich auf, waren für Hilfe dankbar, höflich, redselig, kochten einen Kaffee – anders, als bei Aufträgen in anonymen Firmen“, erinnert er sich an seine Handwerkerzeit.

 

Dann kam ein Brief mit der Aufforderung, den Wehrdienst bei der Bundeswehr anzutreten. Eine Waffe wollte der damals 22-Jährige aber nicht in die Hand nehmen und entschied sich für einen Einsatz außerhalb der Kaserne. Auf eine einzige Zivildienststelle bewarb er sich - und zwar im AWO Seniorenzentrum Aken. Eine Bekannte hatte ihm die Einrichtung empfohlen. Das war ein Griff in die Glückskiste und der Beginn für eine neue berufliche Karriere, berichtet der junge Mann lächelnd. Mit ganz viel Herzblut und Engagement trat er am 1. Februar 1997 seinen Zivildienst an, und nicht nur die Bewohner des AWO Seniorenzentrums Aken hatten Tränen in den Augen, als er sich am 28. Februar 1998 wieder verabschiedete.

 

„Es war eine Zeit, in der ich mich neu orientieren und ausprobieren konnte. Die Arbeit mit Menschen machte riesigen Spaß“, so der heute 35-jährige. Das Erlebte prägte ihn so sehr, dass er sich in dem AWO Seniorenzentrum als ungelernter Assistent bewarb und im November 1999 von der Malerei in die Altenpflege wechselte. Die kommenden Jahre qualifizierte sich Normen Matysiak neben seiner Schichtarbeit zum Altenpfleger und zur Fachkraft. Derzeit absolviert er eine einjährige Ausbildung als Wohnbereichsleiter. Sein nächstes Ziel – die Qualifikation zur Pflegedienstleitung. Er ist dankbar, dass ihm die AWO solche beruflichen Aufstiegschancen bietet. Selbstverständlich sind mittlerweile auch Normans Eltern felsenfest von seinen Fähigkeiten im Umgang mit alten und pflegebedürftigen Menschen überzeugt und mächtig stolz auf ihren fürsorglichen Sohn. Für den mittlerweile zweifachen Familienvater steht fest: „Ich weiß nicht, ob ich in dem anderem Beruf jemals glücklich geworden wäre.“

 

1. Wieso machst du einen Zivildiensteinsatz?

Weil ich gerne mit Menschen zusammen arbeite. Ich interessierte mich schon vorher für die Pflege. In meinem früheren Beruf merkte ich, dass alte Menschen sehr dankbar für die Hilfe sind.

 

2. Wie bist du darauf gekommen?

Durch Bekannte, die schon in diesem Beruf arbeiten.

 

3. Was für Erfolge siehst du in der Absolvierung dieses Zivildiensteinsatzes?

Mehr Einblick in die Arbeit mit alten, pflegebedürftigen Menschen. Ein Umdenken, wie wichtig Pflegeeinrichtungen für alte Menschen sind, wenn Angehörige voll berufstätig sind und sich nicht ausreichend um ihre Angehörigen kümmern können.

 

4. Würdest du anderen jungen Menschen zu einem Freiwilligendienst raten/empfehlen?

Ich würde jedem Menschen zum Freiwilligendienst raten, der Interesse hat mit alten, pflegebedürftigen Menschen zu arbeiten und sich mit diesen zu beschäftigen.

 

5. In welchem sozialen Bereich bist du eingesetzt?

Ich persönlich bin in der Altenpflege integriert. Meine Aufgabenbereiche umfassen die Pflege von alten Menschen, die Beschäftigung, die dazugehörige Dokumentation, aber auch die anstehenden Reinigungsarbeiten in deren Umfeld.