Stefan, 46


Stefan Schostok, Mitglied und Vorsitzender der SPD-Fraktion des Niedersächsischen Landtags.

 

1. Wieso hast du einen Freiwilligendienst gemacht?

 

Ich habe den Wehrdienst verweigert. Der „zivile Erstatzdienst“ war dann zwar vorgeschrieben. Dennoch hatte ich das positive Motiv, mich sozial zu engagieren und diese Zeit intensiv zu nutzen.

 

2. Wie bist du darauf gekommen?

 

Der Sinn dieser Arbeit war offensichtlich für mich. Es war ein Zivildienst für 20 Monate in der Altentagesstätte Altwarmbüchen/Sozialstation Isernhagen. Die Arbeit dieser Einrichtung war sehr bekannt, deshalb habe ich mich darauf beworben.

 

3. Was hat dir persönlich der Freiwilligen-/Zivildienst gebracht?

 

Da ich mir vorgenommen hatte Sozialpädagogik zu studieren und ich einige Praktika vorher gemacht hatte, hatte ich eine erste Vorstellung vom Feld der sozialen Arbeit. Die Praxis im Zivildienst war dann noch viel intensiver, das Arbeiten in einem Team war mit allen Freuden und Belastungen verbunden. Die Hintergründe der Thematik Pflege, Altenarbeit, Selbstbestimmtes Leben dann zu reflektieren und erkunden, machten mir dann erst richtig klar, dass soziale Arbeit ein professionelles Berufsfeld ist.

 

4. Wieso gerade bei der AWO?

 

Die AWO war sehr aktiv vor Ort, unter anderem in dieser Altentagesstätte, die Aktiven waren sehr bekannte und engagierte Menschen, das hat sehr positiv gewirkt.

 

5. Würdest du anderen Menschen zu einem Freiwilligendienst raten?

 

Auf jeden Fall rate ich zu einer solchen vorberuflichen Phase. Nur so kann man Erfahrungen mit den professionellen Anforderungen an soziale Berufe machen und eventuelle Vorurteile, „wie leicht“ diese Arbeit sei oder dass andere, zum Beispiel technische Berufe „höherwertiger“ oder „wertvoller“ seien, abbauen.

 

6. In welchem sozialen Bereich bist/warst du eingesetzt?

 

Die Ambulante Altenpflege der Gemeindeschwestern unterstützen, die Seniorenarbeit vor Ort, viele AWO-Nachmittage mit unterschiedlichstem Programm haben mir umfassende vorberufliche Erfahrungen ermöglicht.

 

7. Wieso gerade in dieser Einrichtung oder in dieser Art Einrichtung?

 

Im kleinstädtischen oder dörflichen Bereich war diese Einrichtung ein „Leuchtturm“ auf das Gemeinwesen bezogener Arbeit. Die Gemeineschwestern, die teilweise mit Fahrrädern unterwegs waren, waren sichtbare Zeichen sozialer und solidarischer Arbeit. Daran mitzuwirken hat Spaß gemacht und war ein sinnvoller Weg Verantwortung zu übernehmen.